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Holzkirchen in Polen

Holzkirchen in Polen - UNESCO Welterbe

In den Nordkarpaten in südlichen Polen in den Woiwodschaften Kleinpolen und Karpatenvorland sowie in der Ukraine stehen ostkatholische und griechisch-orthodoxe hölzerne Kirchen, sogenante Zerkwas (polnisch cerkiew) aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Im Juni 2013 wurden 16 der Holzkirchen, acht in Polen und acht in der Ukraine, auf die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die acht Holzkirchen auf der polnischen Seite der Grenze vor.

Die Holzkirchen auf der Karte:

Wir haben für Sie die Holzkirchen in einer Karte eingezeichnet. Einfach mal drauf klicken und schauen, wo die Kirchen genau sind, vielleicht liegt die eine oder andere auf Ihrem Weg durch Polen.

Holzkirche in Radruż© Lotek70 / Wikimedia Commons [CC0 1.0]

Kirche Sankt Paraskeva in Radruż

Die Kirche Sankt Paraskeva in Radruż aus dem 16. Jahrhundert gehört zu den ältesten und am besten erhaltenen Holzkirchen in Polen. Sie steht nicht nur auf der Welterbeliste der UNESCO sondern auch auf der internationalen Liste des WMF, des World Monuments Fund mit Sitz in New York, die sich für den Erhalt von Denkmälern und historischen Stätten einsetzt.

Die Kirche war zuerst russisch orthodox und später griechisch katholisch. Heute beherbergt sie ein Museum für die Kultur der ostpolnischen Gebiete.

Die Kirche ist aus Tannen- und Eichenholz in einem spätgotischen Stil gebaut und von einer Steinmauer umgeben, was ihr einen wehrhaften Charakter verleiht. Im 17. Jahrhundert diente sie nicht nur zu religiösen Zwecken, sondern auch als Festung für die Dorfbewohner, die hier bei Tatarenangriffen Schutz suchten.

In der Kirche haben sich polychrome Malereien aus dem Jahr 1648 erhalten, die direkt auf das Holz gemalt sind.

Die Holzkirche wurde in den Jahren 1963 bis 1965 von örtlichen Handwerkern restauriert.

Kirche zur Geburt der heiligen Jungfrau Maria in Chotyniec

Die Holzkirche wurde 1615 gebaut und dient bis heute als Kirche. Sie gehört damit zu den wenigen noch aktiven ukrainischen griechisch-katholischen Gotteshäusern in Polen.

Die Holzkirche wurde mehrfach umgebaut, u.a. 1733, 1858 und 1925. Nach den Verteibungen wurde sie 1947 geschlossen und der römisch-katholischen Kirche übereignet. Erst seit 1990 ist die Holzkirche wieder in der Hand der ukrainisch griechisch-katholischen Kirche und wurde mithilfe der Kirchenmitglieder komplett renoviert.

Die Kirche ist sehr originell, besteht vollständig aus Holz. Im Inneren findet man polychrone Holzmalereien aus den Jahren 1735 und 1772, besonders interessant ist die Malerei des Jüngsten Gerichts" an der Südwand. Die Einrichtung ist leider nicht vollständig, erhalten ist eine Ikonostase aus dem Jahr 1671, in der sich Ikonen der Gottesmutter und des Heiligen Nikolaus befinden.



Kirche des Erzengel Michael in Smolnik

Die Holzkirche in Smolnik ist eine ehemalige ukrainisch griechisch-katholische Kirche, seit 1974 ist sie römisch-katholisch. Kenner der Holzarchitektur halten hier den Atem an, denn die Kirche ist die einzige noch existierende Holzkirche im Stil der Bojken, einer in den Westbeskiden lebenden Gruppe von Ukrainern.

Die erste Holzkirche in Smolnik wurde 1672 von den Tataren in Brand gesteckt und vollständig zerstört. Die neue Kirche wurde offiziell erst 1791 gebaut, im 19. Jahrhundert mit einer polychromen Malerei geschmückt und 1921 erhielt die Kirche ihr Blechdach. Einige Historiker halten die Kirche jedoch für viel älter.

Bis 1951 wurden in der Kirche Gottesdienste abgehalten, bis die ukrainischen Bewohner in die Ukraine umgesiedelt wurden. Danach verfiel die Kirche immer mehr.

Erst 1974 hat die römisch-katholische Kirche das Gebäude übernommen und restaurieren lassen.

Holzkirche in Smolnik - Innen
© Zbigniew Kucybała / Wikimedia Commons [CC BY 3.0]


Kirche des Erzengel Michael in Turzańsk

Die polnisch-orthodoxe Kirche wurde zwischen 1801 und 1803 erbaut, diente in Ihrer Geschichte aber auch schon als griechisch-katholische und römisch-katholische Kirche.

1963 wurde das Gebäude wieder in die Hände der orthodoxen Kirche übergeben, die sie bis heute betreibt. In der Holzkirche sind Teile der Originaleinrichtung erhalten wie die Ikonostase und die polychrome Malerei.

Holzkirche in Turzańsk - Ikonostase
© Grzegorz Polak / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 PL]




Jakobuskirche in Powroźnik

Der Ursprung der Holzkirche in Powroźnik liegt im Jahr 1600, heute ist jedoch nur noch die Sachristei erhalten, die in das heutige Gebäude integriert ist. Die Heutige Holzkirche wurde zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert gebaut, 1813 wurde das ganze Gebäude an eine höhere Stelle versetzt, um es vor Überschwemmungen zu schützen. Bei der Gelegenheit wurden zahlreiche Umbaumaßnahmen durchgeführt.

Die Kirche war ursprünglich ukrainisch griechisch-katholisch, seit der Aktion Wechsel, bei der Ukrainer, Bojken und Lemken aus dem Osten des Landes nach Nord- und Westpolen zwangsumgesiedelt wurden, wurde sie in eine römisch-katholische Kirche umgewandelt.

In der Kirche befinden sich keine polychromen Malereien, die Ikonastase ist erhalten, wurde jedoch in zwei Tele zerschnitten, um die Nutzung der Räume als römisch-katholische Kirche zu ermöglichen. Wertvolle Ikonen wie das Jüngste Gericht aus dem Jahr 1623 und das Beweinen von Christus aus dem Jahr 1646 sind erhalten geblieben und hängen an den Wänden. Im Kirchturm befindet sich die Originalglocke von 1615.

Was auffällt sind die Fenster, die sich nur auf der Südseite der Kirche befinden. Einerseits hat es praktische Gründe als Schutz vor Schnne und Wind, andererseits auch Glaubensgründe, denn die Menschen glaubten, dass böse Kräfte aus dem Norden kommen.

Das Gelände ist von einer Mauer umgeben, in der sich Heiligenfiguren befinden.








Holzkirche in Owczary© Krzysztof Suszkiewicz / Wikimedia Commons [CC BY 2.5]

Kirche zur Fürsorge der Jungfrau Maria in Owczary

Die Holzkirche zur Fürsorge der Jungfrau Maria war ursprünglich ukrainisch griechisch-katholisch, heute wird sie gemeinschaflich von der römisch-katholischen und griechisch-katholischen Gemeinde genutzt.

Die Holzkirche ist eine der ältesten Holzkirchen im Baustil der Lemken, sie wurde im Jahr 1653 erbaut. Sie war die zweite Kirche an dieser Stelle, das frühere Gotteshaus wurde zerstört. Im Jahr 1701 wurde die Kirche komplett umgebaut, der Turm wurde 1783 dazu gebaut.

Die Restaurierung in den 80er Jahren hat sich gelohnt, 1995 erhielt die Holzkirche den Preis "Prix Europa Nostra" als das am besten erhaltene Baudenkmal.

Im Inneren der Holzkirche findet man eine Ikonostase in blau, rot und gold mit feinen Säulen. Die Ikonen hat der Künstler Jan Medycki erschaffen im barocken Stil. Außerdem findet man einige Malereien eines anonymen heimischen Künstlers.

Holzkirche in Kwiatoń© Ed88 / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]

Kirche Sankt Paraskeva in Kwiatoń

Die Holzkirche Sankt Parasekeva in Kwiatoń ist eine ursprünglich ukrainisch griechisch-katholische Kirche, seit der "Aktion Weichsel" eine Kirche mit lateinischem Ritus. Sie gehört zu den am besten erhaltenen Holzkirchen und liegt auf der Trasse V. des Holzarchitekturpfades in Kleinpolen.

Die Holzkirche wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Stil der Lemken erbaut und gilt als Modellbeispiel und auch als das schönste beispiel dieses Baustils. Ein Blickfang sind die kunstvollen Fensterrahmen im Altarraum, die Malereien und Schnitzereien im Innenraum, die untypische, arkadenförmige Balustrade der Empore und natürlich die Ikonostase.

Holzkirche Brunary© Jerzy Strzelecki / Wikimedia Commons [CC BY 3.0 ]

Kirche des Erzengel Michael in Brunary

Die Holzkirche des Erzengel Michael war ursprünglich ukrainisch griechisch-katholisch, seit der "Aktion Weichsel" ist es eine Kirche mit lateinischem Ritus.

Die erste Holzkirche in Brunary wurde 1616 erbaut, im Jahr 1653 wurde eine neue Kirche errichtet, die heutige dann im 18. Jahrhundert. Ihre endgültige Form erhielt die Kirche im 1831, als sie umgebaut und vergrößert wurde.

Die Holzkirche in Brunary wurde im Stil der Lemken erbaut. Im Inneren befindet sich eine barocke Ikonostase aus dem 18. Jahrhundert. Es hat sich eine polychrome Malerei erhalten, die sich über die gesamte Decke und die Wände erstreckt. Sie wurde im 18. und 19. Jahrhundert angefertigt, ist in blau gehalten mit einem Weinrebemotiv. ZUsätzlich zum Hauptaltar aus dem 17. Jahrhundert befindet sich in der Kirche zwei Nebenaltare aus dem 18. Jahrhundert mit Ikonen der Gottesmutter und der Offenbarung.