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Tykocin

Tykocin© Fczarnowski / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]

Tykocin - auf der Spur der jüdischen Kultur

Tykocin liegt in Podlachien im Nordosten Polens, im Talkessel der Flüsse Biebrza und Narew. Der historische Stadtkern von Tykocin ist einer der am besten erhaltenen in ganz Polen. Der bei Touristen beliebte Ort war vor dem zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Zentren der jüdischen Kultur in Polen.

Tykocin erhielt im Jahr 1425 die Stadtrechte, die Stadt gehörte abwechselnd zu Litauen, Polen, Preußen, Herzogtum Warschau und später zum russischen Kongresspolen.
Die jüdische Geschichte Tykocins beginnt 1522 mit der Ansiedlung von 10 jüdischen Familien. 1576 wurde den Juden ein allgemeines Niederlassungsrecht gewährt, im Jahr 1800 waren 70% der Bevölkerung jüdisch. 1941 wurden alle Tykociner Juden von den Deutschen ermordet.

In Tykocin erwarten den Besucher über 100 jüdische und nichtjüdische Sehenswürdigkeiten. Bis heute ist die Grenze zum ehemaligen jüdischen Teil der Stadt sichtbar, der typische Aufbau einer jüdischen Stadt blieb erhalten. Die barocke Synagoge aus dem Jahr 1642 ist im Originalzustand erhalten und beinhaltet ein Museum für jüdische Kultur. Neben der Synagoge befindet sich ein kleiner Marktplatz, früher das Zentrum des jüdischen Viertels. Im Talmud-Haus kann man in einem jüdischen Restaurant speisen. Der jüdische Friedhof, der seit 1522 existiert hat, wurde im Krieg zerstört. Heute zeugen nur noch einfache Grabsteine, die nach dem Krieg aus Feldsteinen errichtet wurden, von der Größe des Friedhofs. Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie der Friedhof vorher mit Grabsteinen aus Jahrhunderten ausgesehen hat.

In Tykocin stehen alte Bürgerhäuser neben Holzhäusern und gepflegten Gutshäusern. Ein barocker, trapezförmiger Marktplatz begeistert genau so wie die barocke Dreifaltigkeitskirche mit einem Ensemble des ehemaligen Missionarsklosters.
Das königliche Schloss aus dem 15. Jh. wurde teilweise wieder augebaut.

Die Lage Tykocins zwischen dem Nationalpark Narew und dem Biebrza Nationalpark beschert dem Ort eine besonders große und auch regelmäßig wiederkehrende Strochenpopulation, was dem Ort die Auszeichnung als Europäisches Storchendorf eingebracht hat. Bis jetzt wurden elf europäsche gemeinden ausgezeichnet.

Tykocin gehört zu den Top 10 sehenswerten Kleinstädten Polens.


Wo liegt Tykocin?


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