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Sehenswürdigkeiten in Polen

Entdecken Sie die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Polen. Einige von ihnen, von denen wir glauben, dass man diese bei einem Polen Urlaub nicht verpassen sollte, haben wir für Sie an dieser Stelle zusammengestellt. Sie finden hier einzelne Sehenswürdigkeiten bis zu ganzen Nationalparks, die eine Reise wert sind. Einige sind einmalig in ganz Europa.

Bei unseren Reiseinformationen finden sie Informationen über die Städte in Polen samt ihren Sehenswürdigkeiten sowie Beschreibungen von Urlaubsregionen in Polen.

Entdecken Sie noch weitere Sehenswürdigkeiten in unserer Polen Bildergalerie.

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© Jan Jerszyński / Wikimedia Commons

Marienburg

Nicht weit von Danzig an der Grenze zu Masuren, befindet sich Malbork/Marienburg - der ehemalige Hauptsitz des Kreuzritterordens - mit seiner im 13. Jh. erbauter Burg, die der größte Backsteinbau Europas ist. Die Marienburg entstand infolge der Versetzung des Ordenssitzes aus dem fernen Venedig. Von 1309 bis 1457 war Malbork die Hauptstadt des ostpreußischen Ordensstaates.

Die Marienburg setzt sich aus einer Vorburg, einem Mittelschloss und einem Hochschloss. Das Hochschloss diente als Stützpunkt und Unterkunft der Ordensritter, im Mittelschloss befanden sich die Repräsentationsräume, die Residenz des Hochmeisters und die Verwaltung.

Der gesamte Komplex von 20 Hektar wurde mit gewaltigen Mauern und Wassergräben umgeben. Die Museums-Burg ist auf der Weltkulturerbe der UNESCO Liste eingetragen. In ihren Sammlungen befindet sich eine einmalige Bernsteinkollektion.

Die Burg ist rau und schön zugleich. Hier kann man einen richtigen „Spaziergang durch das Mittelalter“ machen. Wenn man über die Zugbrücke die Mittel- und die Hochburg betritt, kann man sich vorstellen, man sei ein Gast des Ritterzuges und schmaust in den Burgkammern bei Musik der capella all antico an Tischen voller Speis und Trank. Die Eindrücke aus Malbork bleiben sehr lange in Erinnerung aller Gäste.

Die Marienburg ist für Besucher täglich geöffnet, im Winter nur an schneefreien Tagen.

Es finden auf der Burg Musikabende statt, seit einigen Jahren von Mai bis September auch Licht & Klang-Shows. Beeindruckend ist das historische Spektakel, in dem die Burgbelagerung von 1410 durch die Armee der polnisch-litauischen Union nachgespielt wird.

© Tulio Bertorini / Wikimedia Commons

Auschwitz

Oświęcim (dt. Auschwitz) ist eine über 800 Jahre alte Stadt mit 40.000 Einwohnern ca. 50 km westlich von Krakau. Der Name ist von dem Wort „święty“, was „heilig“ bedeutet, abgeleitet. 1272 ließen sich die ersten Deutschen hier nieder und lebten mit den Polen in Frieden zusammen. Im Laufe der Zeit wechselten die politischen Zugehörigkeiten. Deutsch wurde Amtssprache, später unter Böhmischer Herrschaft tschechisch. Im 15. Jh. kaufte der polnische König Kasimir IV. die Rechte am Ort und zahlreiche jüdische Familien zogen auf seine Einladung dorthin. Im 18. Jh. gehörte der Ort zu Österreich, nach dem ersten Weltkrieg wieder zu Polen. Vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs lebten hier 12.000 Einwohner, 7.000 davon Juden. 1939 wurde die Stadt von der Wehrmach besetzt und in das Deutsche Reich eingegliedert.

Der Ort erlangte traurige Berühmtheit, als die deutschen Besatzer hier den größten Konzentrationslagerkomplex errichteten. Er bestand aus drei Hauptlagern und ca. 50 Nebenlagern. Auschwitz I war Konzentrations- und Kriegsgefangenenlager sowie Verwaltungszentrum des Lagerkomplexes. Hier wurden ca. 700.000 Menschen, meist polnische Bürger und Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, umgebracht. Im Vernichtungslager Auschwitz II (Birkenau) starben in den Jahren 1941 bis 1945 zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen in Gaskammern, meist Juden, die aus ganz Europa hierher gebracht wurden, aber auch Sinti und Roma, Homosexuelle, Kriegsgefangene und politische Häftlinge aus der polnischen Intelligenz, dem Widerstand und dem Klerus. Ihre Leichen wurden in Krematorien verbrannt. Auschwitz III (Monowitz) wurde als Arbeitslager genutzt.

Heute ist der Name „Auschwitz“ untrennbar mit dem Holocaust verbunden. Es ist ein Ort der Erinnerung und des Schreckens. Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau hat hier eine Holocaust Gedenkstätte, ein internationales Begegnungszentrum und ein Zentrum für Holocaustforschung errichtet. Das Gelände kann besichtigt werden, zahlreiche Gefangenenbaracken sind erhalten, das Krematorium I mit der Gaskammer wurde rekonstruiert. Die ausgestellten Gegenstände, wie Haare, Schuhe oder Zähne, die ganze Räume füllen, führen den Besuchern die Schrecken der Vergangenheit vor Augen und lassen jeden Betrachter schaudern.

1979 wurde das Konzetrationslager Auschwitz-Birkenau in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

© Ogrodnik / Wikimedia Commons

Hohe Tatra

Die Hohe Tatra (Tatry) ist das kleinste Hochgebirge der Welt. Mit dem 2499 Meter hohen Rysy erhebt sich hier der höchste Berg Polens. Wanderer finden in dem Tatra Nationalpark wunderschöne Pfade zu Gipfeln, klaren Bergseen und herrlichen Wasserfällen. Im Bereich des Nationalparks gibt es rund 225 Kilometer ausgewiesene, gut markierte Wanderwege. Am bekanntesten ist die Strecke von Zakopane bis zum berühmten Bergsee Morskie Oko/Meeresauge. Wer es bequem haben möchte, lässt sich per Pferdeschlitten ausfahren. Auch Mountain-Biker kommen auf ihre Kosten – hier stehen ihnen mehrere Pisten für ihren Sport zur Verfügung. In der Tatra lässt sich auch prima Paragliding trainieren.

Auch im Winter ist die Hohe Tatra ein begehrter Reiseort. Zakopane (30.000 Einwohner) ist das wichtigste Wintersportzentrum Polens. Hier fanden schon zahlreiche internationale Wettkämpfe statt, darunter Weltmeisterschaften im Skispringen und Biathlon sowie Weltcup-Rennen im Slalom. Für Skifahrer gibt es Pisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade - von flachen und einfachen Skipisten für Anfänger bis zu steilen und schwierigen Abfahrtsstrecken. Die Pisten sind mit zahlreichen Liften ausgestattet, haben auch Schneekanonen und teilweise Nachtbetrieb.

Zu den wichtigsten Orten gehören neben Zakopane Bukowina Tatrzanska, Szaflary, Koscielisko, Zab, Poronin, Male Ciche, Murzasichle, Kiry und Chocholow. All diese Orte reizen nicht nur mit der malerischen Landschaft, sondern auch mit der Holzarchitektur.


Hohe Tatra Nationalpark


Ganz im Süden an der Grenze zur Slowakei liegt der Tatra-Nationalpark, auf der slowakischen Seite wurde der nationalpark 1949 gegründet, auf der polnischen Seite im Jahr 1954. Beide Teile, die sich auf einer Gesamtfläche von 113.000 ha erstrecken, wurden von der UNESCO zum internationalen Biosphärenreservat und zu einem Gebiet mit weltweiter Bedeutung erklärt.

Im Park findet man die jüngsten, höchsten und in Polen einzigartigen Berge alpinen Typs, deren Form sich durch die Vereisung im Pleistozän ausgebildet hat. Hier findet man schroffe Gipfel, Kanten und Talkessel, in denen sich Seen gebildet haben. Im Gegensatz zur Hohen Tatra findet man in der Westtatra malerische Täler und Restberge. Rund 650 Höhlen sind in der Tatra bekannt, sechs davon kann man besichtigen. Das längste und tiefste Höhlensystem ist das 814 m tiefe Höhlensystem Wielka Sniezna - Wielka Litworowa, deren Flure 18 km lang sind. Es ist die einzige Tatrahöhle, deren Ein- und Ausgang sich in zwei verschiedenen Tälern befinden.

Zahlreiche Bäche und ca. 30 Seen, die "Teiche" genannt werden, tragen zu der malerischen Landschaft in Nationalpark bei. Morskie Oko (Meeresauge) und Wielki Staw Polski (Großer Polnischer Teich) sind die größten von ihnen. Die gemeinsame Eigenschaft aller Tatrateiche ist das extrem klare Wasser und ein armes biologisches Leben im Wasser. Die Bäche der Tatra entspringen oft aus Vauclusequellen und enden oft in Wasserfällen. der größte Wasserfall ist der 70 m hohe Wielka Siklawa (Großer Wasserfall).

In der Tatra kann man die typische Stufenstruktur der Pflanzenwelt beaobachten, die bis 1250 m Höhe aus einem unteren Hochwald (Buchenwald) und darüber bis 1550 m aus dem oberen Höhenwald, einem Fischtenwald, besteht. Es folgen Zwergkiefern und Graspflanzen, an die ab 1800 m die alpine Stufe anschließt und schließlich die Bergspitzen. 85 der über 1000 Pflanzenarten stehen unter Artenschutz, viele der Pflanzen sind selten oder endemisch, d.h. sie kommen nur in einem Gebiet der Welt vor.

Auch die Fauna ist artenreich, auch hier gibt es seltene und endemische Tierarten. Dazu gehören Gemsen und Murmeltiere, die schon seit dem 19 Jh. geschützt sind, sowie Braunbären, Wölfe, Luchse, Otter und zahlreiche Vogelarten, u.a. Steinadler und Falken.

Die Bewohner der Tatra, die Gorale, haben eigene Traditionen und Eigenheiten mit einem eigenen Dialekt, Bräuchen, Trachten und Geschichten entwickelt. Diese Kultur gehört auch zum Tatra-Nationalpark. In zahlreichen kleinen Kirchen, Kapellen und Berghütten können auch Besucher diese einzigartige Kultur und die besondere Architektur der Tatra erleben.

Der Tatra-Nationalpark stösst bei Touristen auf sehr großes Interesse. Um den Besucheranstorm zu lenken und den Nationalpark zu schützen musste eine Zutrittsgebühr eingeführt werden.

Wenn Sie die Welt der Hohen Tatra erleben möchten, buchen Sie doch eine Zakopane Ferienwohnung oder ein Zakopane Ferienhaus. Zakopane ist ein guter Ausgangsort für eine Tatraerkundung.

© Jerzy Opioła / Wikimedia Commons

Beskiden

Die Beskiden (Beskidy) bilden einen Teil des Karpatenbogens mit zahlreichen Gipfeln über 1000 Metern. Hier befinden sich zahlreiche Erholungs- und Wintersportzentren sowie mehrere Kurorte. Die Beskid Sadecki/Sandezer Beskiden an der Grenze zur Slowakei sind ein wichtiges Wintersportgebiet.
In den Beskiden gibt es zudem drei Nationalparks, einen bei der Babia Góra in Polen, einen in Pieniny in Polen und in der Slowakei (abgekürzt PIENAP) und einen weiteren an der polnisch-slowakisch-ukrainischen Grenze.

© Lilly M / Wikimedia Commons

Białowieża Nationalpark

Białowieża Nationalpark (Białowieski Park Narodowy) ist der letzte Urwald in Europa und wurde aus diesem Grund auf die UNESCO Weltnaturerbe Liste eingetragen. Er ist eine Perle unter den Wäldern Europas. Der Nationalpark wurde 1921 gegründet und ist damit der älteste in Polen. Hier ging schon 1409 König Wladyslaw Jagiello zur Jagd. Auch in den folgenden Jahrhunderten war das ein bevorzugtes Jagdgebiet der Herrschenden, was auch dazu beitrug, dass der Urwald bis heute erhalten blieb.

Der Wald erstreckt sich bis nach Weißrussland über eine Gesamtfläche von 1250 Quadratkilometern. Die Natur ist hier sich selbst überlassen. Insgesamt kommen hier rund 5000 verschiedene Pflanzen sowie 15.000 Tierarten vor. Die ältesten Bäume sind bereits etwa 500 Jahre alt. Größte Bewohner des Urwalds sind die Wisente (Büffel). Etwa 250 von ihnen leben dort immer noch in freier Wildbahn. Zudem befindet sich im Schlosspark ein neu eingerichtetes Museum. Außerdem gibt es in der Region zahlreiche Sakralbauten, wie z.B. alte orthodoxe Kirchen.
Dank der natürlichen Genbank dieses Urwaldes, die hier zugänglich ist, gibt der Nationalpark Bialowieski in Zukunft die Möglichkeit der Regeneration der zerstörten europäischen Natur. Der Urwald verdankt deswegen den Namen des weltlichen Erbes in dem gleichen Grad, wie die Sehenswürdigkeiten in Griechenland oder Rom.

© Adam Kumiszcza / Wikimedia Commons

Salzbergwerk Wieliczka

Das Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau wird jährlich von über 1 Mio. Besuchern besucht und gehört damit zu den beliebtesten und meistbesuchten Touristenattraktionen in Polen. Das Salzbergwerk ist seit dem 13. Jh. in Betrieb und ist eins der ältesten wirtschaftlichen Betriebe Europas. Die mehr als 2000 Schächte und Stollen des Bergwerks erreichen mittlerweile eine Länge von 350 km. Seit 1978 ist das Bergwerk, das noch in Betrieb ist, ein Weltkulturerbe der UNESCO. Touristen können das Salzbergwerk Wieliczka auf einer 2 km langen Touristenroute besichtigen, die durch mehrere Ebenen durch alte Stollen und 22 Kammern führt.

In drei Stunden werden die Besucher durch eine märchenhafte, unterirdische Stadt geführt. Schimmernde Kristallgrotten, smaragdgrüne Seen und kunstvoll in Salz angelegte Kapellen und Kathedralen bezaubern jeden Besucher. Jahrhunderte lang haben Bergleute die Infrastruktur geschaffen. Die ältesten Kapellen stammen aus dem Mittelalter, sie wurden in das Salz gehauen, damit die Bergleute vor Ort beten konnten und nicht nach oben fahren mussten. Die größte und schönste Kapelle ist die Kapelle der Hl. Kunigundis (poln. Kinga). Sie wurde 1927 nach 70 Baujahren eingeweiht. Alles hier ist aus Salz, der Altar, die Wandreliefs, der Boden und auch die schweren, von der Decke hängenden Leuchter. In der Kapelle finden Konzerte und Theateraufführungen statt. Der Saal kann auch für Konferenzen und Festveranstaltungen gemietet werden.

Der Charakter einer unterirdischen Stadt wird durch ein Restaurant (die Bergmannsgaststätte), Souvenirshops und Internetzugänge unterstrichen.

In der Ausstellung im Bergwerkmuseum erfahren die Besucher alles über Bergbaumaschinen, Transportanlagen und die Verarbeitung von Salz.

In 135 Metern Tiefe behandelt ein Sanatorium Patienten mit Asthma und Bronchialkrankheiten. Man kann hier eintägige und mehrtägige Heilaufenthalte buchen. Es werden sowohl Heilaufenthalte über Tag, als auch über Nacht angeboten.

Umfangreiche Informationen zu dem Salzbergwerk Wieliczka finden Sie (auch in deutsch) auf der Webseite des Salzbergwerks Wieliczka

Sollten Sie das Salzbergwerk Wieliczka Ende November besuchen, stehen die Chancen gut, dass Sie der milionste Besucher sind. Sollten Sie das milionste Ticket eines Jahres kaufen, ertönen für Sie Fanfaren im Salzbergwerk und Sie werden von dem Skarbnik begrüßt. Der Skarbnik ist nach dem slawischen Glauben ein unterirdischer Geist, der fleißigen Bergleuten freundschaftlich zugetan ist und sie vor Gefahren warnt.

© Wojsyl / Wikimedia Commons

Nationalpark Biebrza

Der Biebrza Nationalpark in Podlachien wurde 1993 gegründet und umfasst rund 60.000 Hektar, womit er der größte Nationalpark Polens ist. Der Nationalpark liegt etwa 200 km nordöstlich von Warschau. Er stellt das größte und wertvollste Moorgebiet in Mitteleuropa dar, die Fauna ist sehr artenreich, ganz besonders die Vogelwelt.

Der Biebrza-Fluss blieb in seinem natürlichen Lauf auf einer Gesamtlänge von 152,5 km erhalten. Zahlreiche Mäander und Altarme machen die natürliche Struktur aus. Beim Frühjahrs-Hochwasser stehen regelmäßig große Landstriche unter Wasser.

Das Biebrza-Tal wurde im Jahr 2010 zu einem EDEN Reiseziel gewählt. EDEN steht für European Destinations of Excellence und wählt jedes Jahr herausragende europäische Reiseziele. Wichtig dabei ist das Engagement der reisziele für soziale, kulturelle und ökologische Nachhaltigkeit. Jedes Jahr steht dabei ein anderes Thema im Vordergrund. 2010 war es "Tourismus am Wasser".

Flora & Fauna im Biebrza Nationalpark

Im Schutzgebiet des Biebrza Nationalparks haben mehr als 270 verschiedene Vogelarten ihren Lebensraum und ihre Brutstätten, einige von Ihnen sind vom Aussterben bedroht. Der Nationalpark gehört zu den letzten Zufluchtsorte für diese Arten. Vor allem zu Frühjahrshochwasser zieht der Nationalpark Ornithologen aus aller Welt an. Nicht nur Vögel fühlen sich in dem Gebiet wohl, es kommen auch Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, der in Polen so seltene Siebenschläfer und rund 40 Fischarten vor.

Die Flora zeichnet sich durch viele seltene Pflanzenarten aus, Glazialflora findet hier gute Bedingungen. Fast 1000 Pflanzenarten wurden bis jetzt im Biebrza Nationalpark entdeckt, von denen rund 70 unter Schutz stehen, 45 davon sind Rote Liste Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

Wanderwege, Wasserwege und Führungen

Für Touristen stehen rund 420 km Wanderwege und 20 km Radwege zur Verfügung. Über Holzstege und Brücken können auch die sumpfigen Gebiete überquert werden. Auf einer 135 km langen Strecke auf dem Biebrza-Fluss kann man den Biebrza Nationalparkauch vom Wasser aus, z.B. mit dem Kajak, erleben.

Von der Parkverwaltung werden Flossfahrten und Führungen (auch in deutsch und englisch) angeboten, 40 speziell ausgebildete Nationalpark-Führer kümmern sich um die Touristen.

© Anna Reg / Wikimedia Commons

Pieninen Nationalpark

Der Pieniny (Pieninen) -Nationalpark liegt an der polnisch-slowakischen Grenze. Auf der polnischen Seite ist eine Fläche von etwa 2300 Hektar geschützt. Es kommen hier Arten von Pflanzen vor, die nur in diesem Gebiet zu finden sind. Der Nationalpark umfasst die mit 982 Metern höchste Erhebung des Gebirges, die Drei Kronen, sowie den Durchbruch des Flusses Dunajec. Eine Floßfahrt auf diesem Abschnitt gehört zu den attraktivsten Angeboten für Touristen. Die Fahrt wird von Goralen (Berglandbewohner) in ihren typischen Trachten gesteuert. Die zwei- bis dreistündige Tour führt durch das Gebiet, wo sich die Wände des Gebirges teilweise bis zu 300 Meter fast senkrecht erheben. Die Tour beginnt in Sromowce Wyzynie und endet in dem bekannten Kurort Szczawnica bzw. in Kroscienko.

© Jerzy Opioła / Wikimedia Commons

Ojcowski Nationalpark

Der Ojcowski Nationalpark liegt in Kleinpolen, etwa 15 km von Krakau entfernt. Der Nationalpark ist mit seinen knapp 22 km² der kleinste Nationalpark in Polen, er erstreckt sich auf die Flusstäler zwei kleiner Flüsse und der angrenzenden Hochebene. Trotz seiner geringen Größe ist der Ojcowski Nationalpark sehr sehenswert, da sich den Besucher eine einzigartige, pittoreske Bergwelt präsentiert.

Die geologische Basis des Parkgebiets besteht aus Kalkstein aus der Jurazeit. Infolge der Einwirkung von Karstwasser ist eine einzigartige Landschaft entstanden, unterbrochen von cannonartigen Schluchten von bis zu 120 m Tiefe mit Terrassen, bizarren Felsformen, Restbergen und Einzelfelsen. Bekannt sind z.B. die 25 m hohe „Herkuleskeule“, die „Nadel der Deotyma“ oder die „weiße Hand“. Um jede der Formen ranken sich spannende Legenden.

Im Park befinden sich auch rund 400 Höhlen, einige von ihnen waren prähistorisch besiedelt. Die „Dunkle Höhle“ und die „Łokietek Höhle“ gehören zu den größten und können auch besichtigt werden.

Flora & Fauna

Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzarten, die hier dank einmaligem Mikroklima einen geeigneten Lebensraum gefunden haben, kommen in dem Nationalpark vor. Gezählt wurden rund 1.000 Gefäßpflanzenarten, teilweise Arten, die sonst eher in Südeuropa vorkommen.

Die Anzahl der Tierarten wird auf 12.000 geschätzt, gezählt wurden bis jetzt knapp 6.000, die meisten davon Insekten. 17 der 21 in Polen beheimateten Fledermausarten leben in den Höhlen des Ojcowski Nationalparks, meistens trifft man auf die Kleine Hufeisennase und das große Mausohr. Man trifft hier den Dachs, den Biber und das Hermelin, auch Wildschweine, Rehe und Füchse sind hier zu hause. Vogelbeobachter können sich auf 120 Vogelarten, von denen über 90 im Park brüten, freuen. Viele der Vogelarten stehen unter Schutz, wie z.B. der Schwarzstorch, Eisvogel, Habicht, Eulen und einige Spechtarten, nur um einige zu nennen. Auch Amphibien und Reptilien haben im Park ein Refugium gefunden.

Sehenswürdigkeiten

Eine weitere Attraktion ist das Schloss "Pieskowa Skała", was „Hundefelsen“ bedeutet. Der Name leitet sich von der Form der Kalkterrasse ab, auf der das Schloss im 14. Jh. gebaut wurde. Das Schloss gehörte zu einer Kette von Burgen, die das Königreich Polen von Schlesien trennten und die wichtige Handelsroute zwischen Krakau und Breslau sicherten. Schlesien war damals an Böhmen gefallen mit dem die polnische Könige Konflikte austrugen. Die Wohn- und Repräsentationsräume des Schlosses Pieskowa Skała sind bis heute möbliert und können besichtigt werden.

Eine Kuriosität ist die „Kapelle auf dem Wasser“ (Kaplica na wodzie). Sie wurde im Jahr 1901 über einem Bach errichtet. Die besondere Lage war notwendig, da es zu der Zeit einen Erlass des Zaren Nikolaus II. gegeben haben soll, in dem es verboten war Sakralbauten auf der „Ojcowski-Erde“ zu bauen. Die Erbauer der Kapelle mussten daher zu einem Trick greifen und erbauten das Gebäude über Wasser. Allerdings ist dieser Erlass historisch nicht belegt.

Durch den Ojcowski Nationalpark führen fünf touristische Routen, die die Besucher an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei führen. Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenlos, der Zutritt zu den Höhlen kostet 6,50 - 7,50 zł, umgerechnet ca. 1,50 - 1,70 €. Auch für den Besuch der Burgen, Museen etc. muss Eintritt bezahlt werden.

© Lucek B. / Wikimedia Commons

UNESCO Welterbe

Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization – Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) ist eine Internationale Organisation in der 195 Staaten vertreten sind. Die Aufgabe der UNESCO ist die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur sowie Kommunikation und Information.

Die UNESCO verleiht an Stätten, die einzigartig, authentisch und von außergewöhnlicher Bedeutung sind, den Welterbetitel. Dieser unterteilt sich in Weltkulturerbe und Weltnaturerbe. Weitere Klassen sind das Weltdokumentenerbe und Immaterielles Welterbe.

Mit dem Welterbetitel wird versucht einen Beitrag zum Schutz des Kultur- und Naturerbe der Welt zu leisten, damit diese Stätten für die Menschheit erhalten bleiben.

Insgesamt stehen zurzeit auf der Weltkulturerbeliste knapp 1000 Denkmäler aus 153 Ländern. In Polen zählen 13 Stätten zum UNESCO Welterbe:

Altstadt von Krakau, Stadtteil Kazimierz und Wawel – Weltkulturerbe seit 1978
Salzbergwerk Wieliczka - Weltkulturerbe seit 1978
Konzetrationslager Auschwitz-Birkenau - Weltkulturerbe seit 1979
Białowieża-Nationalpark - Weltnaturerbe seit 1979
Altstadt von Warschau - Weltkulturerbe seit 1980
Altstadt von Zamość - Weltkulturerbe seit 1992
Altstadt von Thorn (Toruń) - Weltkulturerbe seit 1997
Ordensburg Marienburg in Malbork - Weltkulturerbe seit 1997
Kalvarienberg Zebrzydowska - Weltkulturerbe seit 1999
Friedenkirchen in Jawor und Świdnica- Weltkulturerbe seit 2001
Holzkirchen im Süden Kleinpolens - Weltkulturerbe seit 2003
Park Muzakowski (Muskauer Park) - Weltkulturerbe seit 2004
Jahrhunderthalle in Breslau - Weltkulturerbe seit 2006